Meine Worte fallen neuschneeschwer
Wenn es Nacht wird, unter deiner gekreuseltSelten blassen Stirne Und der Herbst hatSich bereits in dein Gemüt verlegt: Wolken,Verhängnisvolle Und ein Himmel ohneSterne, dem dein Herz zuwider schlägt.
Wenn es Nacht wird und schon kälter Und dieMenschen rücken nah zusammen EngerAls es einer glauben mag Eng umschlungenUnd so wirklich, wirklich nah umfangen harren sieBlätter fliegen, und der Verkehr fließt zäh.
Und die Nereiden am Mendebrunnen flüsternEisern Wir sind doch auch nur einsam, seitDer stete Wasserstrom verglommenBitte komm! Ach, bitte bleib‘ doch hier!Doch ich gehe, bin ein knabenblasses KindDes Donners: So harren sie, so harre hier:
Trost Halt Frostklarheit aber sucheIch Bin ich älter? Bin ich weiser?Ich bin älter, bin nicht weiser, bin nurEin wenig heiser, die Worte, sie fallenNoch immer schwer Noch bin ich nichtganz verstummt.
Sonntag, 23. Oktober 2011
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01:53
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| Das »Fremdbild (gezeichnet von L., wobei ich auch das mangaartige von B. gern mochte) vor dem Hintergrund des eigenen Musters«. |
»Am Ende kämpft man doch immer mit offenen Visier« (die Wochen #11, 12 & ein Abschied):
Ich packe meine Koffer, und nehme mit:
»Am Ende werden Sie mit mehr Fragen über und an sich gehen, als Sie gekommen sind.« (Fr. Dr. T.) Stimmt.
»Wenn etwas hier [in der Musiktherapie] passiert, dann ist es auch da.« (Fr. P. zu R.)
»Freunde, ja, die sucht man sich doch aus.« (D.)
»Hey, wenn du mal fortgehst, dann nimmst du mich gefälligst mit!« (S.) Hätte ich gern. Aber stimmt wohl leider nicht.
»pffff.« (ich, für L.)
»Na, dann aber ran an den Speck!« (Hr. G.)
»Es ist immer nur ein Anstoß hier.« (Schwester E.)
»Ein Tipp noch: Wenn Sie mal eine Frau kennenlernen wollen – dann nicht in diesen Hosen.« (Schwester K.) Stimmt nicht. Es gibt durchaus auch Frauen, die Karo-Shorts mögen.
»Und was werfen Sie in die Waagschale? Oder verhandeln Sie da gar nicht?« (Hr. G.)
»Ran an den Speck!« (Y., Hr.n G. zitierend)
»Swish!« (ich, für J.)
& tschüss! Es war schön, aber es ist Zeit zu gehen. Mit besonderen Dank an T., der im Auftrag mein Abschiedsbild gemalt hat, obschon er doch auch gar nicht mehr auf Station war. Danke, euch allen, ihr habt mich wieder neugierig gemacht, auf mich und auf Menschen, oder, wie L. sagen würde, wieder »das Feuer« geweckt.
gelesen: Neruda: Gedichte und de Cervantes Saavedra: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha, Bd. 1. Lieblingslauschgift: Laura Marling - A Creature I Don‘t Know, meine liebste Libertines-B-Seite: Plan A und D.s heiter-munteres Zukunftsgeklimper für mich (und, wie ich hoffe, auch ein wenig sich). Ich jedenfalls bin gespannt.
Montag, 10. Oktober 2011
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00:29
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| Hase vs. Igel: The city’s hard, the city’s fair empfiehlt „Songs for Alice“, Figurentheater Wilde & Vogel in Koproduktion mit dem Lindenfels Westflügel, nächste Termine, ebd. ab 03/2012. |
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| ...und nimmt ab sofort auch wieder Auftragsarbeiten in Acryl an. |
»Den Wal zu Wasser lassen« (die Wochen #8, 9, 10 im Zeitraffer)
Sätze der vergangenen Wochen (8, 9, 10): »Er ist dort lang gegangen. Oder gehen wir dort lang? Ahh, wir müssen uns entscheiden, wir müssen uns entscheiden!!« & »Hab‘ ich extra groß geschrieben: P-R-O-V-O-K-A-T-I-O-N!« Ansonsten: The Blood Arm meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit (neben der der zehn anderen Besucher) im WERK 2 geschenkt. Ohne Alice, aber mit S. im Figurentheater gewesen, Karten für's UT Connewitz besorgt und Kaffee getrunken. Nähe ausgehalten, da gewesen, Nähe geschenkt. Gedanken geteilt, geplaudert, gewütet, geschimpft, gelächelt, gedrückt, gesprochen, gebrüllt, Türen geknallt, das Sprechen gelernt, das Glockenspiel und den Gong, das Wort ergriffen, das Wort gepflegt, Offenheit ge- & versucht, Hilfe angeboten, Zeit geteilt, Disziplinarmaßnahmen gefürchtet, fern und in die Zukunft gesehen, Ziegenschlachtungen beigewohnt und King Kong vs. Naomi Watts, stricken gelernt und aufzumaschen, alles wieder aufgetrennt, & von vorn angefangen, ein neues Magisterarbeitsthema beschlossen, den Wal zu Wasser gelassen, den Bären getrotzt, mit ihnen gelacht, mit den Wölfen und Pinguinen verbündet, den Irbis Raben zerfleischen lassen, Briefe gelesen, Briefe verfasst, dem Blues auf der Ukulele gefröhnt, Pablo Neruda-Gedichte geliebt, den Spind ausgeräumt, den der Tagespatienten bezogen: ich bin nie hier gewesen, ich bin schon da. Lesestoff: zu Ende: Stendhal: Novellen, nebenher Neruda: Gedichte, angefangen: de Cervantes Saavedra: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha, Bd. 1. Lieblingslauschgift: Laura Marling - A Creature I Don‘t Know, The Blood Arm - All My Love Songs EP.
Montag, 3. Oktober 2011
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15:50
ZugzwangUnd das mit verschränkten Armen:Wir entfernen uns. stetig. jetzt.Du erzählst von all der Wärme, dieDir in deinem Leben bislang fehlte.Ich aber, der ich keine Nähe aus-halte, tippe dir auf die Schulter,sage, wo hast du denn dann all meinesiebenundzwanzig Winter gesteckt?Uns entfernen wir stetig.Und das ist das Jetzt.
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15:35
Guck‘ mal...
The city’s hard, the city’s fair fragt, und das nicht ohne Empörung, was sollten dieser ganz profund-profane Topf fleischlastiger Männernahrung und der Rest der Menschheit an Eigenschaften denn teilen?
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12:24
Das Gefühl der Einsamkeit hat mich wieder
(hinter Mocherwitz angefallen & überrannt)
Nimm‘ doch nur einmal dieses Gefühldeiner eigenen Unzulänglichkeit, das dazuführt, dass du auch jeder Frau, die auch nurbereit ist, auch nur ein wenig Interesse anzu deuten, ein eitelraues Ich liebedich entgegen zu raunen, ein Ichliebe dich, was heißt, ich lieb‘ nichtmich, drum‘ lass mich ziehenjetzt lass mich fliehen unddavon abgesehen, ich tu‘ dirnichts, ich tue alles für dich, ich tu‘ dirnicht gut, drum‘ lass mich gehen –nach Pröttitz, Krostitz, Hohenheida, Wiesenena,Plagwitz, Probstheida oder Glesien.
Trauriger Tantris des Ostens, mein,selbst in den narzisstischsten Momenten, dein,bleibst du ein defizitärer, seltsam verschlossener,schwarzmagischer, ja, ein negativer Narziss,Obskurant und Alchemist okkulter Tränke.
Oder die Melancholie der feinen Geisterdas ist etwas für Domestiken.Wut und Trauer, Groll und Gram, Angst undStolz und ein wenig der ausgelassenenFreude, hoher muot, das ist es, was mich treibtund eben jene Traurigkeit.
Doch ihr erzählt von Langeweile, und wie die TageZu füllen seien. Lang weilt euch doch zu Tode!Nur, bitte, verschwendet nicht meine Zeit.
Sonntag, 2. Oktober 2011
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16:46
Guck‘ mal...
...mein Chillichillah!
Anm. (1) Sollte Ihr fellbewehrter Untermieter in der Tat mit solch einem Blick aufwarten, können wir Ihnen nur raten, das Futter zu wechseln oder Sie sollten im (Achtung - wirklich ein Originalzitat!) »formschönen« Nagertunnel bei Gelegenheit mal nachsehen, wo der kleine Schelm das Koks nun versteckt hat. Hängt Ihr chilliger Widerpart (2) hingegen desöfteren einfach so herum, dürfte alles ganz grasklar sein, oder? Oder? Wir hingegen schnüffeln derzeit am liebsten das (3)...
...und können die im WERK 2 abgestaubte Setlist von The Blood Arm vorzeigen. Was aber auch nicht schwer war, da‘s ganze elf (!) oder waren‘s 16 (es ließ sich jedenfalls an einer Hand abzählen, und ich weiß nicht mehr, ob ich zwei oder drei Mal rum war) als der Sänger der doch so fabelhaften Band zum letzten Mal ansetzte, die Namen derjenigen aufzuzählen, die es vergangenen Sonntag tatsächlich in dieses wirklich schöne, aber sonntäglich eben recht leere Venue gezogen hatte und die nicht einer der beiden Supportbands (beide übrigens durchaus auch ein Grund, da gewesen zu sein) angehörten. Nicht ohne Stolz sei hier ein großes Ääätsch erwähnt, fiel der eigene Name vor dem absoluten The Blood Arm-Lieblingssong, die es sich nicht nehmen ließen, trotzdem (oder gerade deshalb) noch eine Zugabe zu spielen oder die Nähe des Publikums abseits der Bühne zu suchen. Lagerfeueratmosphäre inklusive.
»Wie das gehen soll?«, The Messner is in the details, Altera Ithaca Now! (Wochen #5,6,7 zackaufzack)
Samstag, 17. September 2011
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23:57
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| »Wie das gehen soll?« - [klicken!] |
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| The Messner is in the details. |
»Wie das gehen soll?«, The Messner is in the details, Altera Ithaca Now! (Wochen #5,6,7 zackaufzack)
Satz der vergangenen Wochen (weil er so auf den Punkt kam, so süß war, und ich ihn wohl genauso in den Raum gestellt hätte und er jetzt, übertragen, ganz gut passt): »Ein Spiegel? Ich hab‘ gar keinen Spiegel.« Ansonsten: den Gruppenaufstieg geschafft, gelacht, gehofft, geliebt, gesorgt und Wut gehabt, geredet, gesprochen, geschwiegen, geschrieben, Short Messages gestoppt, beklommen gehofft, zerronnen, wie gewonnen, den Körper verbogen, gegrollt, gehadert, tief eingeatmet, DVDs verborgt, durch die Südvorstadt geirrt (Chuckamuck! Die Sterne!), tief ausgeatmet, nach Plagwitz gefunden, Ikea-Regale gestemmt, mal nicht geschwommen, beklommen gehofft, ebenso zerronnen, wie wiedergewonnen, die Südvorstadt gerockt (Art Brut!), es ohnwillig zum Stationssprecher geschafft, gelesen, gezeichnet, geharrt, wieder angefangen zu schwimmen, Mut, Lachen und Halt gefunden, Yoga gemacht und »oh, wie schrecklich schön« bei der neuen Laura-Marling-Platte gedacht, Abschiede genossen, Nähe zugelassen, gesucht, gefunden, schon früh nach dem Zähneputzen gekotzt, am Telefon 1:51 vergnügt schimpfen lassen und dabei über das böse F-Wort aus wild erregtem Frauenmunde sehr gelacht. Lesestoff: Homer: Die Odyssee, Stendhal: Novellen, Neruda: Gedichte. Lieblingslauschgift: Here Are The Sonics, Arabia Moutain - Black Lips, The Idiot von Iggy Pop, The Heart Of Saturday Night von Tom Waits und eine Northern Soul-Compilation.
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| Altera Ithaca Now! oder Was machen Sie nach Acht und ohne Ausgang? - Ich jage Kyklopen! |
Sonntag, 11. September 2011
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WolkenoderFortgang & Rückkehr (sind gleich, aber mein Iro nicht niedlich)
„Du, ich mach‘ mal das Baldachin runter, Dirkdamit die Sonne nicht so knallt, brennt und blendet.Du, das mit dem in den Wald Gehen und Schreien –das musst du mir noch zeigen. Wie das geht undbei Gelegenheit. Du, Dirk, da untenliefert schon wieder ein Coca Cola-Wagen an;es ruft, knattert und rumpelt
und hier oben gibt man uns
zu wenig Salat – angeblich wegen der Ess-verhalteneren. Aber wirklich gestört isthier keiner. Nicht mal ich, den auch hier
Niemand man heißt. Wir sind
die ganz normalen Irren, nur,
dass wir ausgezogen sind, um unsHilfe zu suchen. Ist das nicht klug? Ratsamund einfallreich?
Wolken zieh‘nmal nicht zu Therapien geh‘nwann hast du zuletzt - - -vor der Putzfrau flieh’n:„Warten’Se, ich lass Sieschon – na, gut.“ „Nein,es geht doch schon.“Nachher ein Kaffe mit S. kurz vorvier in der Nähe des Bahnhofs. Bis dahinnur das Haarwachs, das nach Kokos riecht.Dann vielleicht schwimmen, Körper durch-schneiden chlorreiche Fluten, und dieletzten Gesänge im Zimmer dannauf Ithaca: Der große Dulder, derhehre O., kehrt an seinen Hofzurück, wo sie freien die klugeund einfallreiche Penelopeia. Es wirdeine bittere Hochzeit.
Samstag, 10. September 2011
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thecityishardthecityisfair
16:02
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The city seems not far away, but people’s minds do. |
Wenn eine Nackte an dir vorübergeht – sieh hin!
Heute morgen wandere ich durch dieDünen meiner imaginären inneren Landschaft.Die emotionale Brandung klatscht braunNur so gen Strand. Scheiße,Denke ich.
Und da ist kein Vogel, keine Krähe,Im Flug, den ich deuten kann.„Und – wie geht es Ihnen heute?Was fühlen Sie?“ Ich denke, ich fühle –Nichts.
Die Landschaft ertränkt sich im Meer.
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